Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Technische Applikation holt Gebärdendolmetscher aufs Smartphone
09.04.2014

Brüssel. Geboren wurde die Idee in Gesprächen zwischen Werner Kuhn und Angehörigen der Gehörlosenschule Güstrow in M-V, auf den Weg gebracht haben sie die Europabgeordneten Kuhn und sein gehörloser ungarischer Kollege Dr. Adám Kósa (beide EVP): Ein Pilotprojekt, das in Echtzeit auf dem Smartphone oder Tablet-PC einen Gebärdendolmetscher sichtbar macht und Gehörlosen die Kommunikation mit EU-Institutionen erlaubt.

Vor zwei Jahren haben beide das Vorhaben bei der EU beantragt und den Zuschlag erhalten. Brüssel hat für die ersten Entwicklungsphasen der technischen Realisierung 750.000 Euro bereitgestellt. Weitere 350.000 Euro sollen folgen. Eine Million Gehörlose und bis zu 80 Millionen Menschen mit einer Schwerhörigkeit in Europa könnten von dieser Neuerung profitieren. Hauptpartner ist der EUD, der Europäische Verband der Gehörlosen.

Aus dem Servicekonzept wurde eine technische Plattform entwickelt, die jetzt in die Praxis umgesetzt wird. Heute (am 9.4.2014) nun haben Kuhn und Kósa das Projekt, das mittlerweile den Namen "INSIGN" trägt, in Brüssel vor fast 100 Gästen vorgestellt. Er sei stolz, dass aus einer Idee und der Kooperation mit dem ersten gehörlosen Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein reales Produkt entstanden ist, das Menschen mit Handicap die aktive demokratische Teilhabe in der EU erlaubt, betonte Kuhn bei der Demonstration. Die Neuigkeit ist eine App, eine Applikation, die Gehörlose auf ihr Smartphone oder Tablet-PC kostenfrei laden können. Diese App macht den Gebärdendolmetscher live sichtbar für den Gehörlosen und hörbar für den Hörenden, erklärt Kuhn. Normalerweise haben Gehörlose nur mit langer Vorbereitung und hohen Kosten Zugang zu Gebärdendolmetschern, die ihnen bei der Kommunikation mit der Verwaltung assistieren. Mit Hilfe dieser App kann der Gehörlose den Dolmetscher über eine Konferenzschaltung in die Kommunikation mit der Verwaltung einbinden.

Zunächst sei die Anwendung auf Gespräche mit EU-Instituten begrenzt, so Kuhn, es sei jedoch denkbar, dass Mitgliedsstaaten "INSIGN" übernehmen und Gehörlosen mit Hilfe von mobilen Geräten den direkten Kontakt auch mit kommunalen Verwaltungen ermöglichen.


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