Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Flughafen, Verkehr und Ortsumgehung
23.04.2014

Wolgast. Auswirkungen der Europapolitik auf Kommunen, mittelständische Unternehmen und Agrarbetriebe diskutierten am 22. 4.2014 in Wolgast Werner Kuhn, seit 2009 einziger Abgeordneter Mecklenburg-Vorpommerns im Europäischen Parlament und in den Ausschüssen für Verkehr und Fischerei tätig, sowie Bundestagsabgeordneter Matthias Lietz (beide CDU) mit Unternehmern, Kommunalpolitikern und interessierten Bürgern. Die Wolgaster Hafenentwicklungsgesellschaft mbH, an der die Hegemann-Gruppe und die Stadt Wolgast zu je 50 Prozent beteiligt sind, peilt einen Güterumschlag von jährlich 600.000 Tonnen an. Wichtiges Vorhaben für Stadt und Hafenanbindung sei der erste Bauabschnitt für eine Ortsumgehung der Stadt am Peenestrom, der zunächst von der Verlängerung der Bahnhofstraße bis zur Anbindung Südhafen/Peenewerft reichen soll, berichteten Hafenchef Helmut Heinz und der Wolgaster Bürgermeister Stefan Weigler. Vor allem die Kommune verspricht sich von dem Projekt eine Entkrampfung des Dauerstaus in den Sommermonaten auf die Insel Usedom. Werner Kuhn informierte, dass die Brüsseler Fördermöglichkeiten in der Periode bis 2020 immerhin noch bei 86 Prozent der bisherigen Summe liegen würde - damit könne M-V mit rund 2,28 Milliarden Euro von der EU rechnen.

In der EMP Pulverbeschichtung GmbH sprach Geschäftsführer Mario Michalk über volle Auftragsbücher. Nachdem er sich den Qualitätsprüfungen der brancheninternen Gütegemeinschaft für Stückgutbeschichtungen unterzieht und kräftig investierte, wird er die Anzahl der Mitarbeiter von 12 auf 20 erhöhen. Die Firma produziert in geschlossenen Kreisläufen, das Abwasser wird bis zum Reinstwasser geklärt und ständig wiederverwendet.

Die Peeneland Agrar GmbH Hohendorf ist ein Familienunternehmen, in dem 800 Rinder - Milchkühe, Bullen und Kälber - in einem hochmodernen Rinderstall gehalten werden. Die Seitenwände der Ställe können automatisch angehoben werden, so dass die Tiere unter optimalen Bedingungen leben. Die Familie von Geschäftsführer Bernhard Kowolik bekennt sich ausdrücklich dazu, dass sie Bauern sind - eine Landwirtschaft, in der auf 500 Hektar Mais angebaut wird, um ein Megawatt Bioenergie zu erzeugen und die Förderung abzuziehen, sei mit ihnen nicht zu machen.

In der Diskussion am Abend in der Gaststätte am Fischmarkt ging es heiß her - der Saal war voll und die Bürger interessierten sich unter anderem für den Erhalt des Flughafens Heringsdorf, schleichende Entindustrialisierung, die Verkehrssituation in der Region und den Tourismus. Landratsvize Jörg Hasselmann plädierte dafür, dass es in der kommenden Legislaturperiode unbedingt einen Tourismusausschuss geben müsse.


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