Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Gemeinsame Agrarpolitik ohne deutschen Regulierungsehrgeiz umsetzen
12.09.2014

Ribnitz-Damgarten. Dass die EU-Agrarreform von den Landwirten Abstriche fordern würde, war ihnen bewusst; dass diese verhältnismäßig moderat ausfallen würden, haben alle erleichtert zur Kenntnis genommen. Das erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Europaabgeordneter Werner Kuhn (CDU) am 12. September aus Anlass des Landesbauerntages auf der 24. Fachausstellung für Landwirtschaft (MeLa) in Mühlengeez. "Es stand zu befürchten, dass europäische Direktzahlungen für große Betriebe, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern historisch existieren, drastisch einbrechen würden. Das konnte erfolgreich abgewendet werden," betonte Kuhn. Die deutschen Direktzahlungen werden lediglich um 7,7 Prozent bis 2020 gekürzt. Es gab auch die Sorge, dass der europäische Agrarhaushalt erheblich reduziert würde: "420 Milliarden standen von 2007 bis 2013 zur Verfügung. In der Förderperiode ab 2014 sind es immerhin noch 373 Milliarden Euro."

Neu sei, dass 30 Prozent der EU-Gelder für Direktzahlungen auf Methoden zur Landbewirtschaftung entfallen, die den Klima- und Umweltschutz fördern - das so genannte Greening. Dazu müssen die Landwirte zusätzliche Umweltleistungen erbringen. Das EU-Recht verlangt, dass landwirtschaftliche Betriebe ab dem Jahr 2015 grundsätzlich zunächst fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereitstellen.

Derzeit wird das Paket zur Gemeinsamen Agrarpolitik, das im Dezember 2013 in Brüssel endgültig beschlossen wurde, in den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt. "Ich meine, wir sollten das Paket pragmatisch umsetzen und unbedingt zusätzlichen deutschen Regulierungssehrgeiz vermeiden", betont Werner Kuhn und verweist darauf, dass allein die Direktzahlungen-Durchführungsverordnung des Bundes über 40 Seiten umfasst.


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