Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

INSIGN verbessert Kommunikation von Gehörlosen deutlich

INSIGN wird in Brüssel präsentiert - Gehörlose aus London und Barcelona kommunizieren mit Brüssel - der Echtzeit-Bildtext wird geschrieben © Hauke Hoffmann

26.09.2014

Brüssel. INSIGN ist der Name einer Internet-Plattform, die es Gehörlosen demnächst erlaubt, per Computer, Smartphone oder Tablet mit europäischen Institutionen zu kommunizieren. In dieser Woche (25.9.2014) haben die Initiatoren, der Europaabgeordnete Werner Kuhn und sein gehörloser ungarischer Kollegen, Dr. Adám Kósa (beide EVP), den aktuellen Entwicklungsstand der Europäischen Kommission und deren Technischen Entwicklern vorgestellt. Kuhn informierte, dass demnächst eine Demonstration am Landesförderzentrum "Hören" mit der einzigen Gehörlosenschule  Mecklenburg-Vorpommers in Güstrow folgen soll.

Aus dem im Frühjahr erarbeiteten Servicekonzept ist mittlerweile eine technische Plattform im weltweiten Netz entwickelt worden, die nun in die Praxis umgesetzt wird. Bei der Präsentation in Brüssel wurde demonstriert, wie Gehörlose aus London und Barcelona drei mögliche Echtzeit-Kommunikationswege mit Brüssel nutzen. Kuhn: "Damit wollen wir Menschen mit Handicap die aktive demokratische Teilhabe in der EU ermöglichen."  Es ist beeindruckend, so Kuhn, wie aus einer Idee vor zwei Jahren ein Projekt geworden ist, an dem heute mehr als hundert Menschen arbeiten. "Bislang haben Gehörlose nur die Möglichkeit, mit langer Vorbereitung und hohen Kosten einen Gebärdendolmetscher zu organisieren, der die Kommunikation mit der Verwaltung übersetzt." Dank INSIGN werden sie nicht mehr auf die Begleitung eines Dolmetschers angewiesen sein, sondern können ihn über eine Konferenzschaltung in die Kommunikation mit der Verwaltung einbinden.

Werner Kuhn informiert, dass Brüssel für die ersten Entwicklungsphasen der technischen Realisierung 750.000 Euro bereitgestellt habe. Weitere 350.000 Euro sollen folgen. Eine Million Gehörlose und bis zu 80 Millionen Menschen mit einer Schwerhörigkeit in Europa könnten von dieser Neuerung profitieren.  Hauptpartner ist der EUD, der Europäische Verband der Gehörlosen.

Kein anderes Projekt der Europäischen Kommission habe diesen Bereich bislang abgedeckt, so Kuhn. Die technische Anwendung soll kostenlos sein und sich zunächst auf die Kommunikation mit den Europäischen Institutionen beschränken. Es sei geplant, betont Kuhn, dass später auch die Mitgliedstaaten mit ihren nationalen Behörden von dieser Technik profitieren sollen.

Weitere Informationen auf der Website INSIGN - www.eu-insign.eu


© 2010 - 2018 - Kontakt · Impressum · Datenschutz