Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

DRK will Beitrag für Flüchtlingshilfe leisten

Werner Kuhn besucht die Erstaufnahmestelle des Landes M-V für Asylsuchende. © EK

28.04.2015

Fast täglich helfen deutsche Handelsschiffe im Mittelmeer Flüchtlingen in Seenot. Rund 8000 Handelsschiffe aus aller Welt, die nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder im Mittelmeer unterwegs sind, retteten 2014 insgesamt 40.000 Flüchtlinge. Seit Jahresbeginn nahmen allein deutsche Handelsschiffe mehr als 5000 Menschen auf, berichtete in dieser Woche die FAZ.

Um sich ein Bild über die Hilfen des Landes Mecklenburg-Vorpommerns zu machen, besuchte das DRK MV mit seinem Präsidenten Werner Kuhn am Samstag, 25. April, die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Asylsuchende und sonstige Flüchtlinge in Nostorf/Horst unweit der Elbe zwischen Lauenburg und Boizenburg. 2008 hielten sich hier noch im Durchschnitt 30 Asylbewerber auf. 2013 und 2014 stiegen die Flüchtlingszahlen rasant; allein 2014 kamen über 200.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Seit Jahresbeginn 2015 waren es schon über 83.000, informierte Wolfgang Isbarn, Leiter der Allgemeinen Abteilung im Amt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten des Landesamtes für Innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommerns. Gegenwärtig halten sich in der Erstaufnahmestelle 145 Syrer, 125 Ukrainer, 103 Albaner sowie Flüchtlinge aus dem Kosovo, Ghana, Mazedonien, der Russischen Föderation und 19 anderen Ländern auf - rund 600 Plätze bietet die Erstaufnahmestelle. Nach Isbarns Worten liegen Flüchtlinge aus dem Kosovo mit fast 23 Prozent an der Spitze der Zuwanderer nach Deutschland, an zweiter Stelle mit 15 Prozent befinden sich Albaner, Syrer nehmen die dritte Stelle ein und Serben die vierte. Fast die Hälfte (48 Prozent) aller Flüchtlinge nach Deutschland kommen vom Balkan. "Sie haben keine Bleibeperspektive", sagt Isbarn. Anders die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak. Bei der Ukraine würde stark differenziert.
Die Erstaufnahme in Nostorf dauert zweieinhalb Wochen, zum Procedere hier gehöre eine Anhörung, danach würden die Asylbewerber in die Kommunen des Landes weiter geleitet. Die Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nostorf-Horst wird von Anette Schmedjen-Hartmann geleitet. Sie erklärt: Ein Asylsuchender wird einer bestimmten Ersthilfe-Einrichtung zugeordnet. Diese "Verteilung" stützt sich auf mehrere Kriterien und wird mit Hilfe des Systems "EASY" (Erstverteilung von Asylbegehrenden) ermittelt. Das System EASY erfasst alle Zuwanderer, Mehrfachanträge würden somit erkannt.

Werner Kuhn betonte, das DRK wolle gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Roter Halbmond einen verstärkten Beitrag zur Linderung der Not der Flüchtlinge leisten. "Mit Hilfe der EU wird jetzt das Hauptaugenmerk auf die Lebensrettung im Mittelmeer gerichtet." Es erfordere eine intensivere Nachforschung, wo die Flüchtlingsströme aufbrechen und wie viele man in den europäischen Mitgliedsländern unterbringen wolle. Die Aufnahme wäre nur im Konsens mit der Bevölkerung in den EU-Mitgliedsländern möglich.


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