Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Werner Kuhn auf dem Deutschen Fischereitag

Werner Kuhn auf dem Deutschen Fischereitag. © EK

28.08.2015

Rostock. Die Reform der europäischen Fischereipolitik stand im Mittelpunkt des dreitägigen Deutschen Fischereitages, der am Donnerstag, 27. August 2015 in Rostock beendet wurde. Rund 200 Fischer sowie Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung berieten über die Umsetzung der EU-Fischereireform, die zu Jahresbeginn in Kraft trat. Die Teilnehmer verabschiedeten eine Resolution, in der sie Erleichterungen bei der praktischen Umsetzung der Reform forderten.

Der Beifang, der nach der Fischereireform nicht mehr ins Meer geworfen darf, sondern an Land gebracht werden und verwertet werden muss, war Thema der Beratungen, ebenso die Bewirtschaftungspläne des Aals, der Stand wissenschaftlicher Forschungen zu neuesten Fangmethoden und der Kormoran, der nach dem Fischereiverband jährlich in Deutschland 22.000 Tonnen Fisch frisst. Nach Angaben des Schweriner Agrarministeriums würden 14.000 Brutpaare des Fischräubers allein in Mecklenburg-Vorpommern leben.

Konkrete Schritte auf dem Weg zu einem vernünftigen Verhältnis zwischen biologisch-wissenschaftlichen und sozioökonomischen Aspekten der Fischerei forderte der stellvertretende Vorsitzende des Fischereiausschusses des Europäischen Parlamentes, Werner Kuhn (EVP), in der Diskussion. "Bei der Beurteilung des so genannten maximalen Dauerertrages - also der Menge Fisch, die schadlos dem Meer entnommen werden darf - soll auch berücksichtigt werden, dass der Fang zum Leben der Fischer reichen muss", betonte Kuhn, "nachhaltige Fischerei hat ihren Preis." Ideologische Gründe, Fangmengen über wissenschaftlich ermittelte Grenzen des natürlichen Fischnachwuchses hinaus zu begrenzen, lehnte der Abgeordnete kategorisch ab. Er fordert weiterhin ein Programm für die finanzielle Unterstützung von Land und Bund bei der MSC-Zertifizierung der Fänge.

Derzeit fischen in der Ostsee noch rund 270 deutsche Fischer. Vor 25 Jahren waren es in Mecklenburg-Vorpommern noch 1800. Fischer der Fischereigenossenschaft "Wismarbucht" trugen bei der offiziellen Eröffnung des Fischereitages symbolisch den letzten Küstenfischer zu Grabe. Von den 89 Betrieben der Genossenschaft im Jahre 1992 existieren heute nur noch 30 aktive Fischer, von denen 13 über 60 Jahre alt sind. Ähnlich sehe es an der gesamten Küste in M-V aus, sagten sie.

Nach Angaben des Deutschen Fischereiverbandes verbraucht Deutschland pro Jahr 2,2 Millionen Tonnen Fisch. 800.000 bis 900.000 Tonnen davon würden verarbeitet exportiert. Etwa 1,1 Millionen Tonnen werden demnach in Deutschland verzehrt. Nur ein Siebtel davon wird in Deutschland selbst produziert oder gefangen. Pro Kopf liege der Fischkonsum bei 15,5 Kilogramm, etwa drei Kilogramm mehr als vor zehn Jahren.


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