Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Ribnitzer Eismann in Brüssel auf parlamentarischem Parkett

MdEP David McAllister, Eisbärmann Horst-Dieter Schröder, MdEP Werner Kuhn und MdEP Albert Deß (v.l.) nach der Eisaktion im Europäischen Parlament. © Hauke Hoffmann

19.10.2016

Brüssel. 2000 Eisportionen hat Eisbärmann Horst-Dieter Schröder aus Plummendorf bei Ribnitz-Damgarten am 19.10.2016 in Brüssel im Europarlament verteilt. „Nach eineinhalb Stunden war das Eis alle und die Resonanz riesig“, sagt Schröder, Seniorchef der Eisbär Eis Produktions GmbH Ribnitz-Damgarten. 1994 war Schröder mit seinem Unternehmen in Vorpommern angetreten, Milch, Butter und Sahne aus den regionalen Agrarbetrieben zu verarbeiten.

Als sich vor der Sommerpause 2016 die Milchkrise in der europäischen Agrarwirtschaft auf dem Höhepunkt befand, hatte Kuhn in Straßburg dafür geworben, durch eine Initiative der Europäischen Volkspartei (EVP) zur Unterstützung der Milchbauern verstärkt Milchfette statt Palm- und Kokosöl in der Herstellung von Speiseeis, Süßspeisen und Konditoreierzeugnissen einzusetzen. Kuhn hatte ein einer flammenden Rede begründet, dass diese Produkte mit dem Geschmacksträger Milch- und Butterfett wesentlich besser schmecken als jene, die mit Pflanzenfett zubereitetet sind. „Ich habe versprochen, meine Aussage mit dem Eisbäreis aus Ribnitz-Damgarten zu beweisen. Dieses Versprechen haben wir am 19.10.2016 eingelöst.“ 

Anliegen war es, den Aktionsplan der EVP zur Bewältigung der Agrarkrise zu unterstützen. Die Fraktion fordert darin unter anderem als Sofortmaßnahme eine dauerhafte Wiedereinführung der Butterfettstützung zur Speiseeisherstellung, mit dem Ziel, Palmfett zu ersetzen. Zugleich soll die Konzentration des Einzelhandels und daraus resultierenden unfairen Handelspraktiken in der EU untersucht werden, um europaweite Maßnahmen zu ergreifen und Schaden von den Bauern in der Europäischen Union abzuwenden.  

Außerdem sollte am 19.10. die Aufmerksamkeit auf einen Entschließungsantrag zur Verwendung von Transfetten in der Europäischen Union gelenkt werden.  „Es gibt Forderungen, Fette aus tierischer Produktion in der EU ganz aus der Lebensmittelkette zu nehmen,“ erläutert Werner Kuhn. Doch nur industriell hergestellte Transfette stehen im Verdacht, gesundheitlich bedenklich zu sein. „Wir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, sondern dass natürliche Fette aus tierischer Produktion, wie sie z.B. in Milchprodukten und Fleisch vorkommen, für den menschlichen Verzehr erhalten bleiben. Sie fördern die Gesundheit“, so Kuhn.

Der Kooperationspartner der Eisbären aus Plummendorf war von Anfang an die Eisbär Eis GmbH im niedersächsischen Buxtehude, der Partnerstadt von Ribnitz-Damgarten. „Wir sind die einzigen Familienunternehmen in Deutschland, die Eis als Handelsmarke aus hiesigen Milchprodukten herstellen“, erklärt der Eismann. In Plummendorf sind 250 Mitarbeiter ganzjährig beschäftigt, im Sommer kommen 50 Mitarbeiter hinzu. Rund 2,5 Millionen Eisportionen verlassen täglich das Unternehmen, die aus 20.000 Liter Milchkonzentrat hergestellt werden. Mittlerweile stehen die Kinder von Schröder an der Spitze des Unternehmens.


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