Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Acht Millionen Euro mildern Kompromiss Dorschquote
11.10.2016

Brüssel/Ribnitz-Damgarten. Einen „tragfähigen Kompromiss“ nannte Mecklenburg-Vorpommerns EU-Abgeordneter Werner Kuhn, stellvertretender Vorsitzender des Fischereiausschusses, die Einigung der Fischereiminister auf eine 56prozentige Fangkürzung beim Dorsch in der westlichen Ostsee statt der von der Kommission vorgeschlagenen 88 Prozent. Letzteres wäre einem Fangverbot gleichgekommen, so Kuhn und hätte zur Konsequenz, dass die Fischer ihre Direktvermarktungskunden verlieren.

Um den harten Einschnitt abzumildern, würden zum Ausgleich 2,2 Mio. Euro nationale Gelder bereitgestellt, die für Abwrackprämien, Sozialprämien und 400.000 Euro für die Ausbildung genutzt werden sollen. Kuhn: „Zusätzlich werden nach Absprache mit Haushaltsexperten aus dem deutschen Bundeshaushalt weitere zwei Millionen Euro bereitgestellt. Diese Summe kann um Mittel aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) auf acht Millionen Euro verdoppelt werden.“   

 „Das ist die erste Einigung im Rahmen des Mehrjahresplans für die Ostsee“, betont Kuhn, „sie unterstützt die Bestandserholung des Dorsches und orientiert zugleich auf den Erhalt der handwerklichen Kutter- und Küstenfischerei.“ Die Schonzeit für den Dorsch werde statt vorgeschlagener sechs nunmehr acht Wochen im Februar und März eingehalten werden müssen. Nach Information von Werner Kuhn würden die Dänen als Ausnahme von der Fangpause die Fortsetzung der Dorschfischerei für Schiffe bis 12 Meter Länge in der Fangtiefe bis zu 20 Meter fordern. „Das muss auch für die deutschen Fischer gelten.“ Die Freizeitfischerei müsse sich an die Schonzeit halten und würde darüber hinaus auf fünf Stück pro Person und entsprechender Referenzgröße begrenzt. Kuhn begründet: "Wir müssen die Situation sehr ernst nehmen und alles daransetzen, dass Dorsch auch in nächsten Jahren ertragreich befischt werden kann.“


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