Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Spoldershagen hat drei neue Könige

Werner Kuhn (Mitte) wird vom Vereinsvorsitzenden Burkhard Weihe (links), zum Ehrenmitglied im Tonnenbund Spoldershagen e.V. geschlagen. Rechts Hartmut Kühl, Moderator. © © EK

03.05.2017

Spoldershagen. Am Pfingstsamstag traten 26 Reiter und Reiterinnen zum 26. Mal seit 1992 auf dem Festplatz in Spoldershagen an, um Boden-, Stäben- und Tonnenkönig 2017 auszukämpfen. Ein spannender Kampf hielt die Besucher trotz strömenden Regen in Atem: Bodenkönig wurde Thorsten Schleich, den letzten Span von den Tonnenspanten holte Stäbenkönig Ringo Matzdorf und Tonnenkönig wurde Gunnar Pierson, der das letzte Holz vom Galgen schlug. Am Abend zuvor hatten 20 Frauen auf dem Fahrrad um Königswürden gerungen. Werner Kuhn, Mitglied des Europäischen Parlaments, hatte die Schirmherrschaft übernommen, denn immerhin war das Tonnenabschlagen im vergangenen Jahr von der Deutschen Unesco Kommision in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Vereinsvorstand Burkhard Weihe übergab Kuhn die Ehrenplakette, mit der er zum Ehrenmitglied des Tonnenbundes Spoldershagen gekürt wurde. Das Tonnenabschlagen gehört an der vorpommerschen Ostseeküste zu den ältesten Bräuchen, der Jahrhunderte zurückreicht. Südlich von der Boddenküste wurde bereits in den 20er und 50er Jahren versucht, die Tradition zu beleben, nachhaltig gelang es erst seit Anfang der 90er Jahre. Das Tonnenabschlagen soll sich in Anlehnung an mittelalterliche Reiterspiele entwickelt haben; Barther Protokollbücher von 1774 deuten darauf hin.

Kuhn hob in seinem Grußwort hervor: „Belegt ist auch, dass der Brauch als Symbol für das Ende Schwedenherrschaft über Mecklenburg und Vorpommern von 1648 bis 1815 entstand.“ Die Fischer mussten den Schweden den Zehnten vom Fischfang abgeben. Nach dem Ende der Besatzung sollen die Fischer aus Freude darüber Eichenfässer aufgehängt und mit massiven Knüppeln dagegen geschlagen haben.


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