Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Fischereireform: Werner Kuhn kritisiert Damanaki
13.07.2011

Brüssel. EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki stellte heute (Mittwoch, 13. Juli 2011) im Fischereiausschuss des europäischen Parlamentes in Brüssel Reformvorschläge zur europäischen Fischereipolitik vor. Mecklenburg-Vorpommern Europaabgeordneter Werner Kuhn, Mitglied im Fischereiausschuss, betont seine Positionen: „Ich begrüße prinzipiell Managementpläne für den Hering in der Ostsee; ein nationaler Bewirtschaftungsplan liegt vor. Aber zuvor brauchen wir eine Konsolidierung der Heringsfangquote. Die Argumentation der Kommissarin, ohne verlässliche Daten der Bestände die Fangmenge um ein Viertel kürzen zu wollen, geht nicht auf: Der Ostseehering ist bis zur letzten Quappe durch das Thünen-Institut für Ostseefischerei Rostock analysiert, verlässliche Daten liegen vor. Eine weitere Quotenkürzung um 25 Prozent vernichtet die Küstenfischerei in M-V.“ Zum Beifang erklärt Kuhn: „Ich begrüße es, wenn der Beifang als wichtiger Eiweißträger verwertet und nicht zurück ins Meer geworfen wird oder an der Kaikante verdirbt. Aber ich bin strikt dagegen, wenn er auf die Quote angerechnet wird. Bis 2014 muss ein System für die Verwertung gefunden werden.“ Kuhn wendet sich auch gegen die Pläne der Kommissarin, den Handel mit Fanglizenzen zu erweitern: „Ich will nicht in fünf Jahren von einem spanischen Kutter in Freest Ostseehering kaufen. Doch ein Quotentausch auf nationaler Ebene muss möglich bleiben.“ Die doppelte Reglementierung der Fischer – einerseits Quotenfestlegung, andererseits Beschränkung des Fangs auf bestimmte so genannte Seetage – bezeichnet Kuhn als Überregulierung: „Die Fischer müssen ihre Quote auf das ganze Jahr verteilen dürfen und auch im Herbst Restaurants mit Hering beliefern können.“ Scharf kritisiert Kuhn den Vorwurf der Fischereiüberkapazitäten: „Für Deutschland trifft das nicht zu. Wir haben mittlerweile nur noch drei Prozent der europäischen Fischereiflotte und nur neun Prozent der Quote. In den 70er Jahren wurde im Westen Deutschlands die Fischereiflotte abgewrackt, in den 90er Jahren im Osten. Nun ist genug mit der Gerechtigkeit.“


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