Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Werner Kuhn plädiert für einheitlichen europäischen Luftraum
24.10.2012

Straßburg. Am 23.10. 2012  stimmte das Europäische Parlament über die Dringlichkeit der Vollendung des einheitlichen europäischen Luftraums ab. „Bislang hat sich an der Situation, dass nationale Kontrollaufsichtsbehörden den Luftraum regulieren, nichts geändert. Doch wenn wir den Luftraum effizienter, sicherer und umweltfreundlicher gestalten wollen, dann gibt es keine Alternative zu einer Aufsicht auf europäischer Ebene", erklärt der stellvertretende Koordinator im Verkehrsausschuss, Werner Kuhn (CDU). „Mit einem einheitlichen europäischen Luftraum  optimieren wir Flugverbindungen, den Treibstoffverbrauch und die Sicherheit beim Wechseln der Luftraumzonen.“

Zurzeit fügen sich in Europa 27 verschiedene Luftsicherungssysteme zu einem stark zersplitterten Flickenteppich und erschweren eine moderne und kundenorientierte Flugsicherung. Diese wird in Europa von etwa 50 Flugverkehrskontrollstellen, einigen hundert Anflugskontrollstellen und Kontrolltürmen in über 650 Sektoren  überwacht, deren Grenzverläufe sich oft Ländergrenzen anpassen und dadurch in ihrer Funktionalität eingeschränkt sind. In Europa gibt es zudem viele Militärzonen, die ständig oder teilweise für den zivilen Luftverkehr gesperrt sind. Nach Schätzungen von Eurocontrol belaufen sich die durch Zersplitterung und Ineffizienz entstehenden Kosten auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Obwohl die USA doppelt so viele Flüge abwickeln wie Europa, gibt es dort 74 Prozent weniger Verspätungen und Flugsicherungskosten. Pro Tag passieren rund 25.000 Flugzeuge den europäischen Luftraum. Davon verspäten sich im Schnitt etwa 5.000 Flugzeuge, das heißt jeder fünfte Flug verzögert sich – durchschnittlich um 22 Minuten.

Kuhn betont, mit SESAR, einem Technologieprogramm  zur Vereinheitlichung, Harmonisierung und Synchronisierung der Dienste im Rahmen des europäischen Flugverkehrsmanagements, könne der einheitliche europäische Luftraum reibungslos funktionieren. „Nun liegt es noch an der Kooperationsbereitschaft der Mitgliedstaaten, ob er geschaffen wird", so Kuhn.


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