Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Gemeinsame Fischereipolitik: Verschwendung durch Rückwürfe stoppen!
06.02.2013

Straßburg. Ab 2014 gilt das Rückwurfverbot für kleine pelagische Fischarten in der Ostsee wie z.B Hering, Makrele und blauer Wittling. Dafür votierte am 6.2.2013 das Europäische Parlament in Straßburg. Mecklenburg-Vorpommerns Europaabgeordneter Werner Kuhn hatte gefordert, dass das Rückwurfverbot erst 2015 bzw. 2016 in Kraft treten sollte: "Denn um das Rückwurfverbot umsetzen zu können, müssen die Fischer die Möglichkeit haben, selektives Fanggerät anschaffen und erproben zu können. Und sie brauchen dafür eine wirksame Förderung. Außerdem sollten die Managementpläne der verschiedenen Fischarten die Grundlage für einen entsprechenden Zeitplan bilden," erläutert Kuhn.

Das Europäische Parlament stimmte am 6.2. 13 über 300 Kompromissanträge zur Gemeinsamen Fischereipolitik ab - zuvor waren ca. 3000 Änderungsanträge eingegangen. Das Plenum hatte weitestgehend das Abstimmungsergebnis des Fischereiausschusses bestätigt. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Fischfang und Aquakultur langfristig in ökologisch nachhaltiger Weise betrieben werden können. Einer der Kernpunkte betrifft die Einführung von Rückwurfverboten.

Der CDU-Europaabgeordnete Werner Kuhn erklärte dazu in der Aussprache im Plenum: "Jährlich werden zwei Millionen Tonnen Fisch aus europäischen Gewässer angelandet. Nach offiziellen Schätzungen werden jedoch 23 Prozent der gesamten Fangmenge als Beifang ins Meer zurückgeworfen. Zum Schutz der Meeresressourcen ist es aber ein wichtiger Schritt, Eiweißressourcen nicht zu verschwenden. Deshalb ist ein komplettes Anlandegebot richtig." Diese Anlandeverpflichtung soll ab 2014 schrittweise nach einem Zeitplan eingeführt werden, der jeweils für die einzelnen Fanggebiete und Fischarten gilt.

Bis 2020 sollen sich die Fischbestände auf dem Niveau ihrer natürlichen Reproduktionsfähigkeit, des so genannten maximalen Dauerertrages (MSY)* wieder voll erholt haben: "Dazu ist es notwendig, dass der Rat dieses Ziel rechtsverbindlich festsetzt", so Kuhn. 

Laut des Fischerei-Experten erfüllt das von der Wissenschaft vorgegebene Niveau des maximalen Dauerertrages das Ziel der Bestandserholung: "Es wäre absolut überzogen, das MSY- Niveau undefiniert höher anzusetzen", so Kuhn abschließend.

*Maximaler Dauerertrag (msy = maximum sustainable yield): die Bewirtschaftung lebender Meeresschätze soll so erfolgen, dass die Fangmenge langfristig optimiert wird.


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