Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Plastikabfall im Dorschmagen

Rostock/Stralsund. Beim Dorschschlachten für die Forschung förderten Wissenschaftler des Rostocker Thünen-Instituts für Ostseefischerei gestern am 18.7.2017 ein 20 mal 35 Zentimeter großes Stück Plastikmüll aus dem Magen eines fünf Kilo schweren Dorsches zutage. Eigentlich wollten die Forscher einer internationalen Delegation des Europaparlaments unter der Leitung des Vizechefs des Fischereiausschusses, Werner Kuhn, demonstrieren, welche Untersuchungen sie beim Forschungsschlachten anstellen und wie sie an der Struktur der Ohrsteine das Alter der Dorsche bestimmen, als plötzlich vor den Augen der Ausschussmitglieder aus Spanien, der Niederlande und Deutschland die starre Plasteunterschale einer Pralinenpackung aus dem Dorschmagen geholt wurde. Die Tiere waren vor der Küste Usedoms in die Netze einheimischer Fischer gegangen, die sie für die Wissenschaft zur Verfügung gestellt haben. Seit Jahresbeginn beklagen Fischer und Angler die Einschränkungen bei Dorschfangmengen, die von der EU nach dem Totalausfall eines Jahrgangs des Raubfisches in der westlichen Ostsee verhängt werden musste, damit sich der Bestand erholt. Werner Kuhn und der Chef des Thünen-Institutes, Dr. Christopher Zimmermann, betonten, dass letztendlich mit Forschung, wissenschaftlichen Empfehlungen, politischen Entscheidungen und dem Geld europäischer Steuerzahler menschliches Verhalten gemanagt werden soll, damit die Meeresressourcen auch zukünftig für eine gesunde, eiweißreiche Ernährung gesichert sind.

Die Europaparlamentarier diskutierten im Anschluss mit Kutterkapitänen von Freizeithochseeanglern und Vertretern des Angelverbandes MV. Am zweiten Tag ihres Aufenthaltes (19.7.) besuchen die Europaparlamentarier das Euro-Baltic Fischwerk in Sassnitz-Mukran sowie und beraten mit Hochseefischern und Verarbeitern sowie deren Verbandsvertretern den Mehrjahresplan für die Ostsee und die Auswirkungen des Brexit Großbritanniens für die deutsche Hochseefischerei. Im Fischereihafen Barhöft vor Stralsund geht es um die passive Fischerei sowie den Fischfang in Natura 2000 Gebieten.

18.07.2017

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