Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Beim Hering droht Fangkürzung um 54 Prozent

Brüssel/Schwerin Den deutschen Fischern droht nach dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Aalfangverbot in der Ostsee ein weiterer Schlag. Nach Angaben aus dem Europaparlament hat die Kommission für nächstes Jahr eine Kürzung der Fangmenge für Hering in der westlichen Ostsee um 54 Prozent im Vergleich zu 2017 vorgeschlagen.

Der Europaabgeordnete Werner Kuhn (CDU) äußerte am Donnerstag in Brüssel Unverständnis über die Vorschläge der Kommission. Sie gingen beim Hering über die Empfehlungen der Wissenschaft hinaus, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Diese hatte eine Fangmengenkürzung um 38 Prozent vorgeschlagen.»

Beim Dorsch hätten die Wissenschaftler ein Fangplus von acht Prozent für vertretbar gehalten, die EU-Kommission wolle die Quote aber auf dem stark gekürzten jetzigen Niveau halten. Über den Aal sei mit der Wissenschaft noch gar nicht diskutiert worden, da eine Auswertung der seit mehreren Jahren laufenden Besatzprogramme noch nicht erfolgt sei, sagte Kuhn. Die zuständigen EU-Minister werden voraussichtlich am 9. und 10. Oktober über die Vorschläge der Kommission entscheiden.

Mit Blick auf den Aal, dessen Bestände als bedroht gelten, sprach Kuhn sich für eine Bestandsregulierung des Kormorans aus. Die Vögel fräßen mit Vorliebe Aal und ihr Bestand habe sich in den vergangenen 15 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern fast verzehnfacht. «Der Fraßdruck hat enorm zugenommen», sagte er. Derzeit gebe es im Nordosten etwa 20 000 Brutpaare - 2000 würden laut Kuhn ausreichen. Er forderte einen europäischen Kormoran-Managementplan mit Abschussquoten. (dpa)

01.09.2017

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