Werner Kuhn - Europaabgeordneter - EVP - Fraktion

Ziel ist bilaterales Fischereiabkommen mit dem Vereinigten Königreich

Straßburg/Ribnitz-Damgarten. Über die Auswirkungen des Brexit auf die Fischwirtschaft an der deutschen Nord- und Ostseeküste hat der Europaabgeordnete Werner Kuhn (CDU), Vizechef des Fischereiausschusses des Europäischen Parlaments, in dieser Woche erneut mit EU-Chefunterhändler Michel Barnier in Brüssel gesprochen.

Kuhn betonte die Bedeutung der Fischereipolitik bei den laufenden Brexit-Verhandlungen. Ziel müsse es sein, dass durch den Brexit keine Arbeitsplätze gefährdet und Preissteigerungen für die Verbraucher vermieden werden. Michel Barnier erklärte, dass für eine mögliche Übergangsperiode von bis zu zwei Jahren nach dem Brexit am 29. März 2019 das gesamte EU-Recht weiter gelte, inklusive der Zugangsrechte zu Fischereigründen und der vereinbarten Fangquoten. Für diese Zeit wird es keine Änderung des derzeitigen Status geben können. Danach müsste allerdings eine neue Form der Zusammenarbeit vereinbart werden. Allerdings gebe es derzeit noch keine konkreten Verhandlungen und Gespräche mit der Gegenseite über Fischereithemen.

Die EU-27 und das Vereinigte Königreich verwalten gemeinsam etwa 100 Fischbestände. Fischer vom Kontinent haben letztes Jahr Fisch im Wert von 585 Millionen Euro aus britischen Gewässern angelandet, umgekehrt haben britische Trawler im Wert von etwa 127 Millionen Euro in den Gewässern der EU-27 gefischt.

Kuhn betonte: „Auch nach dem Brexit werden die EU und das Vereinigte Königreich wichtige Partner im Fischereisektor bleiben. Ziel muss es deshalb sein, ein bilaterales Abkommen zu schließen, um den gegenseitigen Zugang zu den Fanggründen und ebenso zu den jeweiligen Märkten zu sichern. Zukünftig müssen weiterhin gemeinsame Fangquoten anhand von wissenschaftlichen Grundlagen erarbeitet und eingehalten werden – nur so kann eine Überfischung verhindert werden. Eine ausgewogene und abgestimmte Fischereipolitik ist im Interesse aller Beteiligten.“

Seit Mitte Dezember 2017 bereiten sich die EU-27 auf eine Übergangsphase und Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union vor. Bis zum Europäischen Rat im Oktober 2018 sollen die Verhandlungen auf der technischen Ebene abgeschlossen sein. Dann müssen die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament einen ausgehandelten Vertrag noch ratifizieren.

24.01.2018

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